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Die falsche Bewegung am falschen Ort

Eine Untersuchung von Betroffenen mit milden oder schweren Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates weist im Vergleich zu gesunden Individuen essentielle strukturelle Abweichungen auf.

Anhand von Bewegungen, welche entweder selbst von betroffenen Individuen mit Limitierungen im Bewegungsapparat ausgeführt werden, wie auch Bewegungsablaufe die außenstehende Personen an ihnen vollführen, ist es einfach zu erkennen dass der Dreh- und Angelpunkt der Mobilität abnormal ist. Zudem werden während der Bewegung Körperteile in den Bewegungsablauf involviert,  welche unter normalen Bedingungen nicht Teil dieser Bewegung sind. In der ABR Terminologie wurde dieses Phänomen wie folgt betitelt: Die Flasche Bewegung am falschen Ort.

Was bedeutet das?

Dieses Phänomen kann anhand einer einfachen Arm Bewegung erklärt und versinnbildlicht werden. Streckt ein Individuum mit Muskel-Knochen- oder auch Koordinations-Störungen den Arm oder benutzt diesen um sein Körpergewicht darauf zu stützen, so erkennen wir eine deutliche Unstabilität des Schulterblatts. Anstatt an dem Rücken des Kindes angehaftet zu sein, gleitet das Schulterblatt aus seiner ursprünglichen Position und wandert in eine Region des Körpers dessen Areal nicht für seine Funktion geeignet und vorgesehen ist. Das Schulterblatt im Falle von Zerebralparese sieht typischerweise wie folgt aus:

  • Schulterblatt gleitet nach oben Richtung Kopf und oft über den Nacken hinaus
  • Schulterblatt gleitet über die Wirbelsäule
  • Schulterblatt rutscht auf die Seite des Körpers in Richtung Achselhöhle

Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass durch all diese abnormalen Gleit- und Rutschbewegungen des Schulterblattes die nötige muskuläre Stabilität für Armfunktionen wie z.B. einen Gegenstand anzuheben oder zu tragen, feine motorische Hand Bewegungen auszuführen oder auch ganz besonders das eigene Gewicht zu tragen, nicht garantiert werden kann.

(Kleine Kinder)

(Älteres Kind)

Wenn die gleiche Bewegung von einer gesunden Person ausgeführt wird, so ist das Schulterblatt:

  • fixiert auf dem Rücken
  • dreht und schwenkt sich während Bewegungen, aber gleitet nicht auf die Seite des Körpers oder über den Nacken hinaus
  • bleibt positioniert zwischen zweitem und siebten Rückenwirbel

Fotos von gesunden Kindern

Bringen wir hingegen ein Kind mit unstabilem Schulterblatt in eine Körpergewichts-verlagernde und -stützende Position wie wir sie unten abgebildet sehen, so können wir beobachten wie das Schulterblatt keinerlei Basis für eine Gleichgewichtsverlagerung auf den Ellenbogen bietet.

Sobald das Kind mit den auf den Ellbogen übertragenen Belastungen konfrontiert wird, rutscht das Schulterblatt schlichtweg in Richtung Wirbelsäule davon. Das Schultergelenk an sich, welches ebenfalls schwach und unstabil ist, kann dem Gewicht nicht standhalten und das Kind fällt.

Wenn wir anhand dieses Beispiels das Schlüsselbein in Betracht ziehen, welches ebenfalls Teil des Schultergürtels ist, erkennen wir, dass das Schlüsselbein dem Schulterblatt normalerweise eine stabile Verbindung zur Vorderseite des Körpers gewährleistet. Im Falle der Druckbedingten Schwachheit allerdings treffen wir auf eine Schlüsselbein welches gänzlich anders positioniert ist. Das Schlüsselbein in Individuen mit Druckbedingter Schwachheit ist:

  • untergetaucht in Richtung der oberen Rippen
  • anstatt horizontal orientiert zu sein, nach hinten Richtung Rücken verschoben und dementsprechend nahe dem Nacken
  • In Level III – Level V Kindern und in Betracht auf das hintere Ende meist am Rücken des Kindes sichtbar

Streckt das Kind in oben veranschaulichter Form den Arm über den Kopf, so rollt das Schlüsselbein- anstatt eine relativ stabile Position zu halten um freie und uneingeschränkte Bewegung zu gewährleisten- Richtung Brustbein und taucht unter.

In solch Kindern sehen wir typischerweise ein blockiertes Schulergelenk. Das bedeutet, dass jegliche Bewegung vom „falschen Ort“ aus initiiert werden, nämlich vom Schulterblatt und dem Schlusselbein- Orte die im ursprünglichen Sinne eigentlich fixe Stabilisatoren und Ansatzpunkte sein sollten.

Manifestierungen des Phänomens „Falscher Ort, falsche Bewegung“ sind im gesamten Körpers des Kindes mit Beeinträchtigungen des Bewegungsapparates sichtbar, so auch im/in:

  • Nacken/Kopf Komplex
  • Wirbelsäule
  • Ilio-Sakral Gelenk
  • Hüftgelenk
  • und allen weiteren vom Körper ausgerichteten Gelenken

Diese strukturellen Defizite, welche Entwicklung und Verbesserungen gesunder Motor Funktionen verhindern, können mittels typischer Rehabilitation nicht eliminiert werden.

Die ABR Methode hat diese behindernden Komponente erkannt und entwickelte sich spezifisch darauf um die Falsche Bewegungen am Falschen Ort zu eliminieren und korrigieren.