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Frühgeborene Kinder oder Kinder mit Geburtstrauma

Durch die relativ hohe „Unreife“ nicht nur der Lungen selbst, jedoch auch des gesamten Brustkorbes und der umgebenen Strukturen sowie oberen Luftwegen, leidet das früh-geborene Kind unter Atemwegserkrankungen. Die nicht vollständige Entwicklung resultiert in Druckbedingter Schwachheit innerhalb der Brust und des Bauches, was wiederum eine korrekte und somit sehr notwendige Entwicklung einer der allerersten und wichtigsten Funktionen behindert - die der Atmung.

Bindegewebsstrukturen, welche Luftröhre zum Mundboden und innerhalb des Nackens stabilisieren wie auch umgeben, sind meist nicht ausreichend entwickelt. Das hat zur Folge, dass diese Strukturen nicht genügend Widerstand aufbauen können wenn sich das Zwerchfell wahrend der Inspiration innerhalb des Brustkorbes nach unten hin zusammenzieht. Zwerchfell Kontraktionen führen somit zum Beben und Flattern der oberen Luftwege. Die Unstabilität innerhalb des gesamten Mundraumes führt zu einer Instabilität der Luftrohere und Verformung des Mundbodens sowie vorderem Nacken nach außen.

Der obere Brustkorb, statt sich während der Inhalation nach oben anzuheben, beginnt nach unten und innen gesaugt zu werden. Das erklärt das Phänomen der paradoxen Atmung.

Während der Inhalation können wir somit folgendes beobachten:

  • Unstabilität innerhalb des Mundraumes und der Luftröhrenverbindung
  • Depression des oberen mittleren Teil des Brustkorbes
  • Laterale Ausweitung der schwachen unteren Rippen
  • Herausdrücken des Zwerchfelles

Während der Exhalation ist folgendes zu beobachten:

  • Der obere Brustkorb weitet sich auf seine neutrale Position aus
  • Die Abdomen-Wölbung entspannt sich

Die Atmung findet somit genau entgegengesetzt des normalen Atemzykluses statt (Inhalation: Anheben des Brustkorbes/ Exhalation: Senken des Brustkorbes)

Das paradoxe Atmen führt wie in einem Kaskaden Effekt zu weiteren strukturellen Behinderungen:

  • Versteifung der oberen Interkostalen Muskeln
  • Thorakale Deformationen
  • Umordnung sowie Umorientierung des Schlüsselbeins und Schultergürtels
  • Kollabierung und Verrutschen des Kiefers und Kiefergelenks
  • Verkürzung der hinteren Nackenmuskulatur
  • Ändern der Kopfposition bezüglich der Basis (Occiput und C0)  und der C1-C2 Verbindung

Unglücklicherweise kann, sobald diese strukturellen Behinderungen auftreten, das Kind nicht mehr aus dieser Situation herauswachsen und eine lebenslange lokale Behinderung ist garantiert.

ABR ist die einzige Methode die sowohl erfolgreich wie auch sicher die internen Weichgewebe des Brustkorbes und Mundraumes visiert und behandelt. Die Kräftigung und Konditionierung bewirken eine Umkehreffekt der paradoxen Atmungsweise, das heißt die Respiration zu normalisieren. Des weiteren werden weitere Brustdeformierungen vermieden und existierende teils behoben. 

In dieser Situation ist ein weißer Spruch anzuwenden: Prophylaxe ist der Behandlung vorzuziehen.  Nicht nur das früh geborene Kind, auch Kinder innerhalb des weiten Spektrums an vererbbaren und früh diagnostizierbaren Lebensbehinderungen können effektiv durch frühzeitiges Eingreifen und Planung mit ABR Therapie unterstützt werden und sogar bereits im Krankenhaus angewandt werden.