Start / Zielgruppen / Kinder / Kinder mit DCD / 

Kinder mit Koordinations-Entwicklungsstörungen - DCD

Die Fülle an Informationen, Artikel und Studien die auf der CanChild Internetseite zu finden sind, illustriert die Notwendigkeit Kinder mit DCD oder ähnlichen Störungen frühzeitig zu diagnostizieren und zu erkennen. Die Internetseite beschreibt DCD als „ eine verbreitete, bisher unterschätzte Bewegungsstörung die signifikant die täglichen Funktionstüchtigkeit beeinflusst“. (http://dcd.canchild.ca/en/?_mid_=3276)

Obwohl 5 bis 6 Prozent aller Kinder unter dieser Störung leiden, gibt es bisher weder  Heilung noch die notwendige Anerkennung DCD`s als gravierende Entwicklungsstörung. Was man bisher weiß ist folgendes:

  • Es gibt keine genau Ursache und Heilung, jedoch nur Empfehlungen täglicher Umgangsmethoden und erleichternder Strategien
  • Die Störung dauert an bis ins Jugend- und Erwachsenenalter
  • Die Störung tritt hin und wieder auch in Kombination mit Lernproblemen, Sprachstörungen oder ADHD auf

Diese Verfassung des Kindes ist, ebenso wie andere Konditionen, eine Situation aus der das Kind nicht von selbst herauswachsen kann.

Konventionelles frühes Eingreifen kann bisher nur Umgangsmethoden und strategische Maßnahmen für das tägliche Leben empfehlen, jedoch keine wirkliche Heilung oder Bewältigung der Krankheit.

Im Artikel “They’re Bright but Can’t Write: Developmental Coordination Disorder in school aged children” (http://canchild.ca/en/ourresearch/resources/TEC_DCD.pdf ) findet man typische Empfehlungen wie:

  • Vereinfachung der Aufgabe
  • Änderung des Erwartungshorizonts
  • Erlernen und Lernen von Strategien
  • Anpassung der Umgebung

Solche Mittel können dem Kind helfen, sowohl emotional mit dem Problem umzugehen wie auch die sekundär auftretenden sozialen und emotionalen Schwierigkeiten zu bewältigen. Sie visieren jedoch nicht das grundlegende Problem.

ABR Untersuchungen zeigen dass Kinder mit DCD einheitlich unterschwellige Mängel aufweisen, darunter:

  • grundlegende gewichtstragende Tätigkeiten
  • Gewichtsausgleich
  • Koordination
  • Körper-Integration

Der eigentliche Grund dieser eher funktionellen Störungen ist in der Schwachheit der unten erwähnten Strukturen zu finden. Diese Kinder zeigen alle gleichermaßen:

  • Hypermobilität der Gliedmassen, z.B. Arme und Beine
  • Steifheit und fehlende Mobilität der Wirbelsäule- inklusive Kopf/Nacken- Verbindungen in allen drei Bewegungsebenen

Es sind eben diese Manifestierungen dieser Gelenks-Schwachstellen, welche  zusammen mit  unzureichender Kernstabilität eine generelle normale Entwicklung blockieren.

Eltern sollten folgendes verstehen: Die motorische und wahrnehmbare Entwicklung ist die Basis für alle zukünftigen Entwicklungen. Sie bildet den Grundstein für alle weiteren motorischen, sozialen und kognitiven Fähigkeiten. Ist dieser Grundstein schwach, nicht ausreichend oder gar fehlerhaft, so sind alle Versuche dem Kind in weiteren Entwicklungsstufen zu helfen unbrauchbar und zwecklos. Stellen sie sich folgendes vor: Sie planen ein Haus mit ausreichender Tiefe und Grundfesten am Strand zu bauen. Sobald das Haus erbaut ist, beginnt es plötzlich zu wackeln. Weil das Fundament jedoch unzureichend ist, jedoch nicht sichtbar, könnte man denken dass es sei genug das Haus mit Stützpfeilern und andere Hilfen auszustatten- und dabei das grundlegende Problem zu ignorieren, das Fundament. 

Die schwachen Gewebsstrukturen der Gelenke spiegeln eine weitaus generelle Schwachheit sowie ein unterentwickeltes Körper-System des Bindegewebes wieder. Die Körperstrukturen können dem Kind keine Stabilität und Mobilität garantieren welche es benötigte um die normalen Bewegungen und Meilensteine in der motorischen Entwicklung zu managen. Hinzu kommt dass die schwachen Körperteile das Zentrale Nervensystem mit unzureichender und falscher Information versorgen. Diese sind „Fehler“ in:

  • Orientierung im Raum
  • Geschwindigkeit und Kraft der verrichteten Bewegungen
  • Gewichtsausgleich
  • Grundlegende Körper Positionen

Somit ist die Etablierung der Sinneswahrnehmung getauscht und in die Irre geleitet. Die „innere Abbildung des Körpers“ ist verworren.  Zerrissenheit und fehlende Entwicklung der fundamentalen „Body Map“ kann verglichen werden mit oben zu Rate gezogenem Vergleich des Hauses ohne Grundfeste.

Der menschliche Körper besitzt jedoch in allen Altersgruppen, im speziellen jedoch der des Kindesalters einen hohen Grad an Plastizität. Strukturelle Wiederaufarbeitung des Bindegewebes kann diesen Kindern mit der Basis und dem Fundament versorgen, welche sie benötigen um einen Optimierung in folgender hierarchischer Reihenfolge zu bewirken:

  • Sensorische Integration und Wahrnehmung
  • Motorischen Fähigkeiten
  • Konzentration und Interesse
  • Sozial- und Verhaltensfähigkeiten
  • Kognitive Entwicklung

Hinblicklich der wachsenden Prävalenz von DCD und deren verwandten Störungen steigt die Hoffung dass betroffene Eltern auf die Möglichkeiten von Behandlung aufmerksam gemacht werden, welche durch rechtzeitige Diagnostizierung mittels ABR verwirklicht werden können.